Themenvorschläge für Stunden in Selbsthilfegruppen
Ritual zur Erinnerung an den Sterbetag
(Durch dieses Ritual beginnt
jede Stunde einer Gruppe in gleicher Weise, was Vertrautheit und Sicherheit schafft. Wichtig ist darauf zu achten, wie die Stimmung während des Rituals ist.
Vorbereitung:
Mitte im Raum mit Tuch, Kerze, Blumen, Sterne mit den Namen aller verstorbenen Kinder - oder wie ein Mitte sonst in der jeweiligen Gruppe gestaltet wird - , Musik, Namenskärtchen, Teelichter.)
Musik: immer gleichbleibend, beruhigend, alle sollen zur Ruhe kommen.........
Text:
Wir denken heute besonders an ...., der/die am ..... seinen /ihren Sterbetag hat und zünden für ihn/sie diese Kerze an.
(Anzünden eines Teelichtes und Hinstellen in die Mitte, zum Namensstern.)
Durch Trauer verbunden spüren wir, wie wichtig uns unsere Gemeinschaft ist. So wollen wir auch miteinander tragen, was jeder einzelne in diesen erinnerungsvollen Tagen zu tragen hat
(Austeilen der Erinnerungskärtchen, die Name, Geburtstag und Sterbetag der
betreffenden Kinder enthalten. Vielfältige Gestaltung möglich, z.B .in Herz-, Blütenform oder ganz schlicht!)
Wir erinnern uns an........... und denken an alle, die um ihn/sie trauern und schließen sie in unsere Gedanken und Gebete ein.
Gemeinsames Gebet:
Gott, unser Vater, wir beten in dieser Stunde um deine Nähe in unserem Leben.
Du kennst uns, unsere Gedanken, unsere Sehnsucht nach unseren
Kindern, die in deiner Liebe geborgen sind.
Gib uns Kraft und Mut, gestärkt von dir in die Zukunft zu gehen und durch deine Nähe Trost und Hilfe zu erfahren. Amen.
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Sonnenstrahlen sammeln.....
Diese Stunde eignet sich besonders am Ende des Sommers, zu Beginn der dunkleren Jahrezeit und soll den Teilnehmern Kraft für diese Zeit in Form von
“Sonnenstrahlen” mitgeben.
Vorbereitung: Mitte mit Tuch, Blumen, Kerze u.a., Sonnen aus gelbem Tonpapier, durchsichtige Herzen zum Öffnen oder ähnliches.
Wenn wir jetzt an die nächsten Monate denken, wissen wir, daß diese Zeit wieder sehr dunkel werden wird. Mancher von uns fürchtet sie.Gerade deshalb ist es so wichtig, daß wir uns für diese dunkle Zeit
rüsten. Wie können wir das?
Indem wir Sonnenstrahlen sammeln, so viele wie nur möglich.
Hören wir dazu erst einmal eine Geschichte, und zwar von der Maus Frederik, vielen sicher bekannt aus Kindertagen.
Frederick
Rund um die Wiese herum, wo Kühe und Pferde grasten, stand eine alte, alte Steinmauer. In
dieser Mauer - nahe bei Scheuer und Kornspeicher - wohnte eine Familie schwatzhafter Feldmäuse. Aber die Bauern waren weggezogen, Scheuer und Kornspeicher standen leer. Und weil es bald Winter wurde, begannen die kleinen Feldmäuse Körner,
Nüsse, Weizen und Stroh zu sammeln.Alle Mäuse arbeiteten Tag und Nacht. Alle - bis auf Frederick. “Frederick, warum arbeitest du nicht?” fragten sie. “Ich arbeite doch”, sagte Frederick, “ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen
Wintertage.” Und als sie Frederick so dasitzen sahen, wie er auf die Wiese starrte, sagten sie: “Und nun, Frederick, was machst du jetzt?” “Ich sammle Farben”, sagte er nur, “denn der Winter ist so grau.” Und einmal sah es so aus, als sei
Frederick halb eingeschlafen. “Träumst du, Frederick?” fragten sie vorwurfsvoll. “Aber nein”, sagte er, “ich sammle Wörter. Es gibt viele lange Wintertage - und dann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen.” Als nun der Winter
kam und der erste Schnee fiel, zogen sich die fünf Feldmäuse in ihr Versteck zwischen den Steinen zurück. In der ersten Zeit gab es noch viel zu essen, und die Mäuse erzählten sich Geschichten über singende Füchse und tanzende Katzen. Da
war die Mäusefamilie ganz glücklich! Aber nach und nach waren fast alle Nüsse und Beeren aufgeknabbert, das Stroh war alle, und an Körner konnten sie sich kaum noch erinnern. Es war auf einmal sehr kalt zwischen den Steinen der alten
Mauer, und keiner wollte mehr sprechen. Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hat. “Frederick”, riefen sie, “was machen deine Vorräte?” “Macht die Augen zu”, sagte Frederick und
klettere auf einen großen Stein. “Jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm, schön und golden?” Und während Frederick so von der Sonne erzählte, wurde den vier kleinen Mäusen schon viel wärmer. Ob
das Fredericks Stimme gemacht hatte? Oder war es ein Zauber? “Und was ist mit den Farben?” fragten sie aufgeregt. “Macht wieder eure Augen zu”, sagte Frederick. Und als er von blauen Kornblumen und roten Mohnblumen im gelben Kornfeld und
von grünen Blättern am Beerenbusch erzählte, da sahen sie die Farben so klar und deutlich vor sich, als wären sie aufgemalt in ihren kleinen Mäuseköpfen. “Und die Wörter, Frederick?” Frederick räusperte sich, wartete einen Augenblick, und
dann sprach er wie von einer Bühne herab: “Wer streut die Schneeflocken? Wer schmilzt das Eis? Wer macht lautes Wetter, wer macht es leis? Wer bringt den Glücksklee im Juni heran? Wer verdunkelt den Tag? Wer zündet die Mondlampe an? Vier
kleine Feldmäuse wie du und ich wohnen im Himmel und denken an dich. Die erste ist die Frühlingsmaus, die läßt den Regen lachen. Als Maler hat die Sommermaus die Blumen bunt zu machen. Die Herbstmaus schickt mit Nuß und Weizen schöne
Grüße. Pantoffel braucht die Wintermaus für ihre kalten Füße. Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind vier Jahreszeiten. Keine weniger und keine mehr. Vier verschiedene Fröhlichkeiten.” Als Frederick aufgehört hatte, klatschten alle und
riefen: “Frederick, du bist ja ein Dichter!” Frederick wurde rot, verbeugte sich und sagte bescheiden: “Ich weiß es - ihr lieben Mäuasegesichter!”
Leo Lionni
Stille!
Gedanken in diese Stille hinein:
=> Scheint für uns die Sonne oder seit wann spüren wir sie nicht mehr?
=> Wärmt sie uns noch, erreicht sie unser Herz? Oder ist es in uns kalt und düster?
=> Haben wir die Sonne begraben? Seit unser Kind tot ist?
=> Doch können wir so wirklich leben?
=> Welche Gedanken gehen uns durch den Kopf? Daß es nie mehr so wird, wie es einmal war? Daß wir gerne in der Finsternis leben,
wir brauchen keine Sonne mehr, wo doch unsere “Sonne” gestorben ist.
Entweder Stille oder wenn möglich freies Gespräch in der Gruppe, alle Gedanken, die ausgesprochen werden,
annehmen ohne Wertung! (Je nach Gruppensituation)
Doch trotz aller Finsternis, die in uns herrscht, spüren wir immer wieder ganz verborgen in uns eine gewisse Sehnsucht, Sehnsucht nach Sonne, Wärme, Licht, Freude.Wir würden gerne wieder den Weg der Sonne gehen. Wir brauchen die Sonne! Wir müssen unser Herz öffnen, sonst versteinern wir.Oft gelingt es uns nicht, manchmal wollen wir nicht, manchmal können wir auch nicht. Doch wir müssen es immer wieder versuchen.Wir müssen unser Herz öffnen, daß die Sonnenstrahlen uns wieder erwärmen können.
( Symbolisch Herzen aus Plastik austeilen und öffnen lassen!)
Nur so können Sonnenstrahlen uns wieder erreichen, uns wärmen, uns durchströmen, uns guttun. Und es gibt so viele Arten von Sonnenstrahlen, ich meine nicht nur die, die vom Himmel kommen, sondern vor allem die, die wir durch andere Menschen erhalten.
Was sind Sonnenstrahlen für uns?
Sicher für jeden etwas anderes:
=> Für die, die erst vor kurzem ihr Kind verloren haben:
Ehrliche Anteilnahme, ein Gesprächspartner, der zuhört, unaufgeforderte Hilfe, liebe Erinnerungen ans Kind.
=>Für diejenigen unter uns, die schon einen längeren Weg zurückgelegt haben: Sich erlauben, wieder einmal fröhlich zu sein,
ohne schlechtes Gewissen. Das Erstaunen und die ehrliche Freude der anderen Menschen, wenn man wieder einmal lachen und fröhlich sein kann. Sich etwas Gutes tun, Mut haben, wieder zu genießen, ein Fest, eine Reise usw. Gespräche mit
anderen Betroffenen, denen man dann selbst ein kleiner Sonnenstrahl sein kann.
So soll jeder nun selber nachdenken, wo er Sonnenstrahlen einsammeln kann, wo er Sonnenstrahlen erlebt hat. Und wer mag, kann diese auf die Sonne schreiben, die wir nun austeilen.
(Sonnen austeilen)
Stille, leise Musik!
Gespräch: Was sind Sonnenstrahlen für uns....
Zusammenfassung:
Für jeden Menschen gibt es Sonnenstrahlen, auch für uns, selbst wenn wir das oft nicht wahrhaben wollen. Sicher
wissen wir: Wir werden auf unserem Weg immer wieder traurig sein. Finstere Stunden, Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit werden immer wieder einmal kommen. Doch um so mehr brauchen wir die Sonne,
sie läßt uns nicht erstarren, sie erwärmt uns, sie tut uns gut, sie läßt uns leben.
Und was wir nie vergessen dürfen: unsere Kinder wollen, daß wir wieder Sonne im Herzen haben, ohne schlechtes Gewissen.
Schließen wir jetzt gemeinsam unsere Sonne mit ihren Strahlen in unser Herz ein, damit sie uns immer erwärmt.
(Sonne ins Herz legen und Herz schließen)
Unser Herz ist nicht nur für diese Stunde, sondern es kann uns auch zu Hause helfen. Es soll uns bewußt machen, wie oft wir unser Herz verschließen und so soll es uns erinnern, mehr Sonne in unser Herz
hinein zu lassen.
Öffnen wir immer dann, wenn es uns in unserem Alltag schlecht geht, das Herz und nehmen wir die Sonne heraus. Die Sonne sollte Zeichen sein, uns aktiv
darum zu bemühen, daß es uns wieder besser geht. Suchen wir einen Sonnenstrahl, der uns wärmt und gut tut, vielleicht ein Gespräch, ein Telefonat, ein Spaziergang, gute Musik usw.
Dann können wir die Sonne wieder in unser Herz einschließen.
Abschlußtext:
Für dunkle Stunden wünsche ich Dir die Eigenschaften der Sonnenblume,
die ihr Gesicht dem Licht zuwendet, damit die Schatten hinter sie fallen.
Lied: Von guten Mächten...
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.....schimmernde Perlen im Meer der Zeit....
Im Verlauf dieses Treffens soll es darum gehen, dass die Erinnerungen an den Tages des „Verlorenseins“ sich verlieren in den Erinnerungen an glanzvolle Zeiten gemeinsamen Lebens.
Nicht der Tod soll ständiger Begleiter bleiben, sondern der geliebte Mensch, der sich im Meer der Zeit verloren hat, woraus er uns auch gegeben war, soll wieder und neu zum einmaligen bleibenden Geschenk von größtem Wert werden.
Die Unerforschlichkeit, die Unendlichkeit und Tiefe der Welt, in die wir unsere lieben Verstorbenen verloren haben, soll uns nicht lähmen, sondern uns die antreibende Ahnung
schenken, dass unsere Sinne, je mehr wir sie schärfen, in der Lage sind, den Ort zu finden, da der erlittene Verlust zur überwältigenden Entdeckung wird: unser liebendes Herzen.
Vorbereitung: Stuhlkreis, Mitte mit blauem Tuch (Symbol für das Meer der Zeit), darunter verdeckt Teelichter. Eine große Muschel, Perlen, kleine Muscheln mit je einer eingeklebten Perle. Goldener Draht, Sterne oder Herzen.
einstimmende Musik
Nach einiger Zeit wird die Muschel in die Mitte gelegt!
Geschichte
Es war einmal eine Muschel, der an Größe und farbiger Zier kaum eine andere gleichkam. Lange bevor sie in dieser Welt zu sehen war wurde sie von den tiefgründigen Wellen des
Meeres gewiegt.
(Jetzt werden ausreichend Perlen in die Muschel gelegt!)
Sie barg ein kleinschimmerndes Kleinod, eine Perle – für Menschen eine Kostbarkeit.
Am Ende eines Winter voller Getöse und wilder Hast, bäumte
sich ein neuer Frühling mit seinen Stürmen und seiner Wut so sehr gegen den Winter auf, dass er den gesamten Meeresgrund mit unbändiger Kraft durchwühlte. Der Kampf zwischen Eiszeit und neu erwachendem Leben brachte vieles zum Vorschein.
Am Ufer des furchtbaren Meeres lagen plötzlich kleine Schätze. Und da ging eines Tages ein Junge am Ufer des Meeres entlang, sah hier ein Schneckenhaus und dort einen gestrandeten Seestern. Er drückte den Sand durch die Finger und sprang
über die Wellen, die versuchten, ihn an seinen Beinen zu streicheln.
Da blieben plötzlich seine Augen an einer Muschel hängen, die bestimmt dreimal so groß war wie seine Handfläche. Voll Staunen kniete er nieder und grub sie aus dem
Sand. Er versuchte sie zu öffnen, zwängte die beiden Schalen auseinander. Da lag er vor ihm, sein großer, unbeschreiblicher, unschätzbarer Schatz
.
(Jedem Teilnehmer wird nun eine Muschel in die Hand gelegt, in die eine Perle geklebt ist.)
Nach einer Weile wird weitergelesen.
Plötzlich aber kam eine übermütige Welle und entriss seinen kleinen Händen das kostbare Gut. Der Tränen unfähig in seiner schmerzenden Enttäuschung, lief der Junge heim und erzählte sein
Erlebnis. Die aber verlachten ihn in ihrem Unverständnis. Da bewahrte er sein Wissen in seinem Herzen, verschloß es, wie die Muschel des Meeres und machte sich auf die Suche nach der Perle. Tag um Tag stand er dem unendlichen Meer
gegenüber. Er stand in banger Angst abseits, wenn die Wogen – gleich riesigen schwarzen Ungeheuern – sich immer tiefer ihm entgegenfraßen und alles verschlangen, was ihnen in den Rachen stürzte. Er kannte und liebte jetzt schon die Nacht
am Meer.
Er wuchs zum Mann heran. Und die Sehnsucht in ihm wuchs mit ihm. Er lernte nach und nach den Tiefgang beim Tauchen und erfuhr, dass das Meer auch ungeahnte Schönheiten birgt, die sich eben nur dem auftun können, der sich den
Tiefen anvertraut. Mitten in der Nacht des Meeres entdeckte er so zauberhafte Schätze, die er mit zerschundenen Händen ans Tageslicht brachte, wo sie ihre volle Leuchtkraft wieder verloren.
So vergingen die Jahre. Seine Schritte wurden
langsamer. Der Rücken beugte sich. Die Augen wollten die Sonne nicht mehr sehen und sein Herz begann zu trauern.
Eines Abends fuhr er allein in seinem Boot aufs Meer hinaus, um nur noch der untergehenden Sonne zuzuschauen. Dabei brach
in ihm die bange Frage auf und verdüsterte seine Seele, ob er noch jemals seine Perle wiederfinden würde. Kälteschauer der Enttäuschung durchfuhren ihn. Er hätte verzweifeln können.
Er hatte eine Perle verloren und nicht wieder gefunden. Wofür hatte er jetzt gelebt? –
Zurück am Strand irrte er durch die Nacht, stieß sich wund am Gestein. Als sich jedoch der neue Tag ankündigte, da hatte sich sein Herz beruhigt und
ein tiefer Friede stieg in ihm auf.
Die Perle, der kostbarste Schatz und sein tiefstes Geheimnis, die er zeitlebens in seinem Innern bewacht und genährt hatte, strahlte plötzlich in ihm selbst auf und durchdrang ihn mit ihrem Schimmer
so sehr, dass er das Leuchten in seinem Gesicht nicht mehr verbergen konnte.
Die Tuchfalten werden geöffnet. Die Teelichter werden entzündet.
Allen aber, die sich nicht verschließen, wie er es getan hat, bringt er seither die Botschaft von seiner Perle. ( (Adolf Heimler)
Gespräch
Impuls:
Jeder von uns sammelt im Lauf seines Lebens Perlen und
behütet sie. Diese sind uns so wichtig und kostbar, dass wir sie nicht irgendwo aufbewahren, sondern in unserem Herzen. Die Perlen im Meer der Zeit sind die Erinnerungen, die uns bleiben.
Immer wieder spüren wir wie (ge-)wichtig sie für
uns sind. Dann lockt ihr schwerwiegendes Dasein und auch ihr aufblitzender Glanz unseren Blick aus der Oberflächlichkeit unserer Welt in die Tiefe unseres Herzens. Dort angelangt spüren wir: die Perlen unserer Erinnerung wollen Geschenk
sein, nicht Last. Sie wollen uns zurückbringen, was wir im Meer der Zeit verloren haben.
Gespräch: Erinnerung schaffen
Messingdraht, Perlen und Sterne bzw. Herzen liegen bereit. Bei ruhiger Musik soll
nun in geschützter Atmosphäre Möglichkeit gegeben sein, Erinnerungen wach werden zu lassen. Jede Erinnerung ist eine Perle. Bei jeder Erinnerung soll der jeweilige Teilnehmer still eine Perle aus dem „Meer der Zeit“ holen und sie auf den
„Goldenen Faden“ des Lebens auffädeln. Nach entsprechender Zeit werden den Teilnehmern Sterne bzw. Herzen übergeben, um die dieser „Goldene Erinnerungsfaden“ gewickelt wird, so als wollte man zeigen, wie an diesem Abend die
Erinnerungen neu zu leuchten beginnen.
Weiter Musik!!!
Abschluss: „...mit Erinnerungen durch die Nacht“
Der „Rote Faden“ meines Lebens war dahin, gerissen war der Faden, an dem mein ganzes Leben hing. Und all die Perlen, die dein Leben mir geschenkt, verlor ich in
die Nacht; hab´ im Meer der Tränen sie versenkt. Es ging so schnell, für einen Schrei war keine Zeit, und die Perlen deines Lebens versanken in Unendlichkeit.
Wie sollte ich sie noch greifen, wie sie haltend fassen? Bis ich begriff,
was geschah, musste ich sie fallen lassen! Mit starren Blicken voller Sehnsucht sah ich ihnen nach, suchte sie weinend am Tag, in der Nacht lag ich wach.
Mein Denken wusste, dass die Liebsten „nur“ verloren, irgendwo am
Meeresstrand werden sie neu geboren. Aber mein Herz – es war so drückend schwer, sah und spürt´ ich doch das verlorne Leben nicht mehr. Tage quälten mich, Nächte nahmen mir den Mut. Es gaben sich die Hand: Traurigkeit und Wut.
Das Meer
der Zeit, es ist oft so unbarmherzig und seine Schwester, die Hilflosigkeit, so schmerzlich. Stürme haben mit eisigem Atem mit meinen Gefühlen gespielt, unter Getöse haben sie mich bis auf den Grund durchwühlt. Sie haben freigelegt, was so
tief in mir verborgen lag, doch so wurde die Mitte der Nacht mir wirklich zum Tag.
Dort wo durchbrochen, was so lange mich geschützt weiß ich jetzt, welchen Reichtum mein Herz noch hat. Und nach und nach reiht sich auf den Goldenen
Faden, was verloren ging in den unglücksel´gen Abschiedstagen.
Alles was ich finden darf in mir, was sich wandelt von Last zu Gut, all das will ich sammeln, denn es schenkt mir Zuversicht und Mut. Glanzvoll und prächtig, wie ein Stern
in dunkler Nacht, hat jede Perle neue Kraft und Hoffnung mir gebracht.
Und endlich verläuft sich die Traurigkeit, langsam und doch im Meer der Zeit!
Segen
Der Herr segne euch und behüte euch;
Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig;
Er wende euch sein Angesicht zu und schenke euch seinen Frieden! Amen.
Das gewähre uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist!
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“Wer frei sein kann mache sich nicht selbst zum Knecht....”
Ziel dieser Stunde soll es sein, zu erkennen, daß wir selbst unser Leben in der Zeit der Trauer besser gestalten können.
Vorbereitung: gestaltete Mitte, Zettel mit je einem Spruch entsprechend der Teilnehmerzahl, Stifte
Sprecher:
Heute wollen wir uns mit drei Sprüchen beschäftigen, über die es sich lohnt, einmal genauer nachzudenken:
“Wer frei sein kann mache sich nicht selbst zum Knecht!”
“Kleine Sorgen machen viele Worte, große machen stumm!“
„Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon!
Haben diese Sprüche etwas mit unserer Situation zu tun?
Berühren sie mich? Finde ich sie gut? Welcher spricht mich am meisten an? Welcher sagt mir gar nichts?
Bitte jetzt zu zweit oder zu dritt sich
zusammensetzen und seine Gedanken austauschen. Wer will, kann auch etwas dazu aufschreiben. Danach sollte jeweils einer der Gruppe erzählen, welche Gedanken gekommen sind..........
Ca. 15 Minuten Zweiergespräch, dann trägt jede Gruppe ihr Ergebnis vor.
(Hinweis
für die Praxis: Diese Zweiergespräche waren sehr fruchtbar, reger Gedankenaustausch, viele fühlen sich einfach sicherer, wenn sie nicht alleine ihre Gedanken äußern müssen.)
Gemeinsame Gesprächsrunde:
Als Beispiel: Gedanken einer betroffenen Mutter:
Viele Gedanken
sind mir durch den Kopf gegangen und das Erstaunliche war, daß ich ein Menge Vergleichbares gefunden habe.
„Wer frei sein kann mache sich nicht selbst zum Knecht!“
Bei diesem ersten Spruch könnte man eigentlich gleich in Angriffsstellung gehen.
Was soll das, wie können wir denn frei sein, nach dem, was uns passiert ist. Wir sind nicht mehr frei, der Tod unserer Kinder hat unser ganzes Leben verändert und wir kämpfen immer noch damit, das alles zu begreifen, annehmen zu können,
was geschehen ist. Der Tod hat uns bewußt oder unbewußt, gewollt oder ungewollt geknechtet.
Doch es kommt mir auch in den Sinn:
Wir sind wirklich nicht mehr so frei wie vorher, aber knechten wir uns nicht oft noch zusätzlich
selbst? Indem wir uns alles verbieten, was zum Leben gehört wie Freude, Lachen, Hoffnung usw.?
Freiheit, die darf es auch in unserem Leben wieder geben. Das müssen wir wieder lernen!
“Kleine Sorgen machen viele Worte, große machen stumm!”
Wenn wir oft mit nicht betroffenen Eltern zusammen sind und sie ihre ach so
großen und kleinen Sorgen bejammern, dann werden wir meist ganz still und denken: „Was wollen denn die mit ihren Problemchen! Die wissen doch gar nicht, was es heißt, wirklich Probleme zu haben, so wie wir, wo wir doch mit dem Tod unserer
Kinder fertig werden müssen!” Wir wissen ganz genau, daß das ungerecht und böse ist. Entweder stehen wir dann auf und gehen oder wir sagen: „Was wollt ihr denn mit eurem Gejammere!“
Jeder von uns hat so etwas sicher schon erlebt. Wie
sollen wir uns da verhalten? Können wir nicht akzeptieren, daß Nichtbetroffene einfach andere Sorgen haben? Und sollten wir nicht versuchen, Ihnen unsere Situation nahe zu bringen ohne sich gleich zurückzuziehen?
Wäre es nicht einfach gut zu sagen: „Hört doch bitte einmal hin, wenn Trauernde reden!“
Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon.
Ich habe lange darüber nachgedacht und bin eigentlich nicht ganz
einverstanden damit, denn ich glaube: meine Trauer bleibt ein Leben lang! Doch was vielleicht richtig ist: mit den Flügeln der Zeit wird die Trauer sicher erträglicher! Je mehr Zeit vergeht, desto mehr kann ich mich auf meine Art mit
meiner Trauer auseinandersetzen.
Und das muß jeder von uns: sich auf seine Art mit seiner Trauer auseinandersetzen!
Knechten und verstummen wir nicht unser Leben lang, geben wir den Flügeln der Zeit das eine oder andere mit.
Zusammenfassung.
Wir haben es oft selbst in der Hand, wie es uns in unserer Trauer geht. Wir können nicht nur immer klagen und jammern, sondern müssen auch selbst
versuchen, unsere Situation erträglicher zu gestalten, d. h. aktiv an unserem Leben arbeiten, damit es wieder lebenswerter wird, aber auch immer wieder versuchen, unserer Umwelt unsere Situation nahezubringen ohne dabei jedoch anzuklagen.
Schluß: Lied: Von guten Mächten.
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Sehnen - Suchen - Ketten sprengen.....
Ziel dieser Stunde soll sein zu erkennen, was jeden einzelnen in seiner Trauer einschnürt, was ihn einengt, starr macht, ihn “in Ketten” legt. Nur dann kann diese Enge aufgebrochen werden und sich der Trauernde davon befreien.
Vorbereitung:
Kettenglieder aus
grauem Tonpapier, entsprechend der Teilnehmerzahl, Herzen aus rotem Tonpapier, Stifte, Scheren, gestaltete Mitte mit Tuch, Kerze usw.
Gemeinsame Aufgabe:
Wir wollen heute einmal gezielt darüber
nachdenken, uns bewußt machen, was uns in unserer Trauer einengt, was uns die Luft nimmt, was uns starr macht und uns in Ketten legt. Vieles macht uns unser Leben nach dem Verlust unserer Kinder noch schwerer. Das gilt es heute zu
erkennen, damit man auch daran arbeiten kann. Dazu hat jeder von euch
einen Ring aus Tonpapier vor sich liegen, auf den er nun in Schlagworten alles aufschreiben soll, was ihn in seiner Trauer starr macht, welche Gefühle ihn einsperren, ihn gefangenhalten, um was seine Gedanken dauernd kreisen.
Wer fertig ist, soll den Ring vor sich in die Mitte legen.
Zeit der Stille, damit jeder seine Gedanken auf Papier bringen kann!
Sprecher: Wir treffen uns hier, in dieser Runde, um den Ring, der uns fesselt, aufzubrechen.
Jeder soll nun mit der Schere einen Schlitz in seinen Ring schneiden.
Aus den Ringen wird nun gemeinsam eine Kette in der Mitte des Tisches zusammengesteckt.
Deutung:
Sprecher:
Nun können wir uns sagen, was uns in unserer Trauer fesselt, denn jeder von uns hat ein Stück Haß, Wut, Schmerz in sich.
Jeder möchte nun bitte die Begriffe auf seinem Ring vorlesen!
Sprecher:
All das verbindet
uns, auch wenn es schwer, starr macht, wir hängen aneinander. Jeder ist hier mit dem, was ihm eigen ist.
Aber: das kann es nicht sein, wir dürfen hier nicht stehenbleiben. Es kann nicht sein, daß Ketten uns für immer festhalten, daß sie
uns gefangenhalten, wir müssen einen Schritt weiterkommen.
Wir müssen immer auf der Suche sein, nämlich nach der Kraft, diese Ketten zu sprengen, wir müssen suchen, was unsere Ketten sprengen kann.
Dazu hören wir nun die Gedanken einer betroffnen Mutter:
Bei allen fettgedruckten Wörtern wird jeweils ein Herz aus Tonpapier, das mit dem
entsprechenden Wort beschriftet ist, in einen Schlitz der Kette gesteckt. Am Schluß des Textes ist somit die Kette an mehreren Stellen mit einem Herz durchbrochen.
Mein liebes Kind, jetzt ist schon einige Zeit
vergangen, seit du von mir gegangen bist. In der Zeit nach deinem Gehen hatte ich das Gefühl, eine eiserne Kette hätte sich um mein Herz gelegt. Ich habe weitergelebt, weiß aber selber nicht genau wie.
Seit einiger Zeit spüre ich
jetzt aber, wie sich diese Ketten lösen. Ich kann mich auch wieder einmal über etwas freuen – freilich, es ist nicht diese große überschwengliche Freude wie früher – eher leiser und behutsamer.
Mit diesem „sich freuen können“ und spüren, daß ich wieder ein bißchen bewußter lebe, kommt aber auch die große Sehnsucht
nach dir. Diese war freilich immer da, aber durch meine „Erstarrung“ war es für mich leichter, diese Sehnsucht zu unterdrücken, sie nicht zuzulassen. Diese Sehnsucht kommt mit der Freude, die ich manchmal wieder empfinden
kann und sie sucht sich - wie die Freude – einen Platz in meinem Leben.
Ich kann mich z.B. an einem schönen Tag
erfreuen, habe aber dann gleichzeitig große Sehnsucht nach dir, weil du nicht da bist und diesen sonnigen Tag mit mir erleben kannst.
An solchen Tagen denke ich dann immer, daß ich dich suchen muß. Egal ob beim Einkaufen, beim
Spazierengehen oder wo immer ich auch bin und Kinder in deinem Alter sehe.
Um so mehr ich jedoch gehe und dich suche, um so genauer spüre ich, daß ich dich da draußen nicht finden kann. Finden kann ich dich, mein liebes Kind, nur
daheim.
Zuhause kann ich manchmal ganz sachte und manchmal auch stärker spüren, daß du mir ganz nahe bist. Es ist ein sehr schönes, warmes Gefühl, das ich dann empfinde. In diesen Augenblicken weiß ich, ich
muß dich nicht suchen, du bist immer bei mir.
Ich will zulassen, daß sich diese Ketten lösen, wenn auch die Sehnsucht und das Suchen und Denken, daß hier auch mein Kind dabei sein könnte, immer da sein wird. Je mehr sich die
Ketten lösen, um so sicherer und bewußter wird mir, daß ich nicht suchen muß, weil du, mein liebes Kind, immer ganz in meiner Nähe bist.
Sprecher: Wir haben nun vor uns die Kette, die sich nun verändert hat.
Wodurch ist sie denn gebrochen worden,?
Was kann die Kette, die sich um unser Herz gelegt hat, sprengen?
Was hilft uns in unserem Leben, sie zu durchbrechen?
Wo schaffe ich es manchmal, wo habe ich große Probleme?
Gemeinsame Gesprächsrunde!
Leere Herzen können in dieser Runde noch mit wichtigen “Schlagwörtern” beschriftet werden und in die Kette gesteckt werden.
Abschluß:
Sprecher:
Wenn wir wissen, wo unsere Ketten sind und wir uns ihnen nicht ergeben, wenn wir uns mit ganzem Herzen aufmachen, diese Ketten zu brechen, erst dann ist für uns ein Ziel erreicht, nämlich:
eine Kette, die uns nicht schmerzlich, sondern herzlich miteinander verbindet.
Schlußtext: Ich suche dich
Ich suche dich
wenn nachts die Sterne am Himmel stehn.
Mir ist, als müßt ich unter all den Sternen auch den deinen sehn.
Und eh am Morgen die Sonne erwacht,
hab ich voll tiefer Trauer an dich gedacht.
Ich such dich
im Frühling, wenn die Blumen blühen,
die Vögel lustig singend durch die Lüfte ziehen,
wenn weiße Wolken ziehen am Himmelsbogen,
wenn in des Sommers Glut die Ähren wogen.
Ich suche dich
wenn dann im Herbst die Früchte reifen,
die kalten Winde über Stoppeln streifen,
wenn weiße Flocken fallen sacht,
beim Kerzenschimmer in der heiligen Nacht.
Ich suche dich
solange der Herrgott heißt mich mein Kreuz tragen.
Ich suche dich -
bis ich dich wiederfind
im Himmel droben, mein geliebtes Kind.
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trauer-fundgrube