Begleitung von Kindern bei Todesfällen

Kindern bei Todesfällen in der Familie Halt und Sicherheit zu geben, ist eine sehr wichtige Aufgabe und muß oft von Außenstehenden (Verwandten, Freunden) übernommen werden, da die betroffenen Erwachsenen momentan meist nur ihren eigenen Schmerz und ihre eigene Trauer wahrnehmen können.
Hierzu einige Gedanken:

  • Wenn sie, in welcher Funktion auch immer, zu einem Todesfall gerufen werden, so sollen anwesende Kinder mit in die Geschehnisse einbezogen werden, damit sie nicht das Gefühl bekommen, ausgeschlossen zu sein. Das erzeugt unter Umständen große Ängste.
  • Versuchen Sie, wenn man Sie darum bittet oder wenn es die Situation erfodert, diie Todesursache kindgerecht und dem Alter entsprechend zu erklären.
  • Versichern Sie immer wieder, daß Gedanken und Gefühle gegen den Verstorbenen in keinster Weise für den Tod verantwortlich sind. Kinder glauben oft, daß Gedanken wie “jetzt mag ich dich nie mehr!” oder “geh weg von mir!” mitverantwortlich für den Tod sind.
  • Weisen Sie die Eltern behutsam darauf hin, daß auch Kinder eventuell Abschied nehmen wollen, daß das für die Entwicklung der Trauergefühle sehr wichtig ist und bereiten sie gegebenenfalls die Abschiedsfeier kindgerecht vor (siehe “Familie, zwischen Tod und Bestattung”!)
  • Erklären Sie, wenn gewünscht, den Kindern das Begräbnisritual und unterstützen Sie die Entscheidung,  in welcher Weise sie daran teilnehmen wollen.
  • Beantworten Sie alle Fragen nach dem Tod, ohne ihnen auszuweichen oder etwas zu beschönigen. Gebrauchen Sie einfache, aber unmißverständliche Formulierungen, die für ein Kind verständlich und nachvollziehbar sind. Vermeiden Sie Aussagen wie „dein Bruder schläft nur“ oder „er ist auf einer langen Reise“. Sie verwirren Kinder nur, da sie vieles wörtlich nehmen. Verherrlichen Sie nicht den Tod, indem Sie z.B. sagen, daß es dem Geschwisterchen oder dem Vater, der Mutter usw. im Himmel jetzt viel besser geht. Das könnte eine „Jenseitssehnsucht“ heervorrufen, die sehr stark lebenshindernd sein kann.
  • Seien Sie vorsichtig mit religiösen Erklärungen wie „es war Gotte Wille“, da Kinder solche Aussagen kaum verstehen können.
  • Versuchen Sie, die Endgültigkeit des Todes zu erklären. Geben Sie jedoch auch ruhig zu, daß Sie selbst vieles am Tod nicht verstehen und begreifen.
  • Bestärken Sie das Kind im Zulassen all seiner Gefühle und ermutigen Sie es auch, diese zu zeigen.
  • Bemühen Sie sich um näheren Kontakt zum Kind, wenn Sie merken, daß die Eltern in ihrem tiefen Schmerz keinen Gedanken an die überlebenden Kinder haben. Gerade dann ist auch körperlicher Kontakt, ein in-den-Arm-genommen-werden sehr hilfreich und tröstlich.
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