Wünsche eines Sterbenden
Begleitung von Sterbenden
Gebet Schwerstkranker

Folgende Beiträge möchten Ihnen helfen, Sicherheit in der Begleitung Sterbender zu erhalten, sich, wenn möglich, innerlich darauf vorzubereiten.

 

Bitten eines Sterbenden an seine Begleiter

1. Lass mich
in den letzten Stunden meines Lebens nicht allein.     
2. Bleibe bei mir, wenn mich Zorn, Angst, Traurigkeit und Verzweiflung heimsuchen und hilf mir, hindurchzugelangen.
3. Denke nicht, wenn du ratlos an meinem Bett sitzt, dass ich tot sei.
4. Ich höre alles , was du sagst, auch wenn ich meine Augen geschlossen halte.
5. Sage jetzt nicht irgend etwas, sondern das Richtige. Das Richtige wäre, mir das zu sagen, was es mir  nicht schwerer, sondern leichter macht, mich zu trennen. So vieles, fast alles, ist jetzt nicht mehr wichtig.
6. Ich höre, obwohl ich schweigen muss und nun auch schweigen will. Halte meine Hand. Ich will es mit der Hand sagen. Wische mir den Schweiß von der Stirn. Streiche meine Decke glatt. Wenn nur noch Zeichen sprechen können, so lass sie sprechen.
7. Dann wird das Wort zum Zeichen. Klage nicht an, es gibt keinen Grund. Sage Danke.
8. Lass mein Sterben dein Gewinn sein.
Lebe dein Leben fortan etwas bewusster. Es wird schöner, reifer und tiefer, inniger und freudiger sein, als es zuvor war, vor meiner letzten Stunde.


 Merksätze für die Begleitung am Sterbebett

Nähe spürbar machen.
Nähe hat Sinn und macht sinnlich. Wir sollten uns als Begleiter/in mit allen unseren fünf Sinnen (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmek-ken) dem Sterbenden zugänglich machen.
Aktiv zuhören.
Hinhören, Einfühlen und Verstehen schafft Nähe und Begegnung, die Hilfe ermöglicht. Wir sollten uns immer vergewissern, ob wir den Sterbenden richtig verstanden haben, denn es besteht die Möglichkeit, dass wir in unserer eigenen Vorstellungswelt hängen geblieben sind.
Mit Achtung und Ehrfurcht handeln.
Die Persönlichkeit des Sterbenden muß akzeptiert werden. Seine Not und Hilflosigkeit gehören ihm. Wertschätzung und würdevoller Umgang leiten  unser Handeln.
Die Autonomie des Sterbenden wahren und gewährleisten.
Wir dürfen nie an seiner Stelle handeln, sondern immer mit ihm, denn er weiß, was ihm gut tut und was er braucht. Das Gesetz des Handelns liegt bei ihm. Ihm muss geholfen werden, damit er es wahrnehmen und ausüben kann.
Gefühle zulassen.
Gefühle sind Informationen, die aus dem Inneren kommen, und diese braucht niemand fürchten. Eigene Gefühle und jene des Sterbenden sind ernstzunehmen. 
Die Umwelt des Sterbenden beachten.
Sie soll einbezogen werden in die Begleitung. Der Sterbende muss sich von ihr lösen können und seine Umwelt muss von ihm Abschied nehmen. Das Loslassen fällt den Angehörigen oft schwerer als dem Sterbenden. Auch sie brauchen Hilfe und Unterstützung.
Klar sein.
In allen Gefühlen, Gesten und Worten, damit der Sterbende weiß, woran er ist.
Zeit haben und Ruhe vermitteln.
Das Hier und Jetzt am Sterbebett verträgt nicht die Geschäfte von vorher und nachher.  Oft braucht es nicht mehr als die Gegenwart eines Menschen in Ruhe und Gelassenheit. Die eigenen Grenzen im Nehmen und im Geben als Helfende erkennen und damit umzugehen wissen, wenn wir hilfreich sein wollen.
Begleiter/innen wissen nicht alles.
Besserwisser haben am Sterbebett nichts verloren. Helfen braucht Demut.Wer hilft, muß sich helfen lassen können - auch und gerade von jenen, die seiner Hilfe bedürfen.
Selbst loslassen können.
Sich selbst einüben in die Erfahrung des Abschiedsnehmens und Loslassens, denn Sterbende dürfen nicht festgehalten werden.

Gebet Schwerstkranker
O Herr, in deinem Arm bin ich sicher. Wenn du mich hältst, hab ich nichts zu befürchten.
Wenn du mich aufgibst, bleibt mir keine Hoffnung mehr. Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich. Ich bete zu dir, daß du mir gibst, was gut für mich ist. Ich bete, daß du von mir nimmst, was meinem Heil schaden kann. Ich überlasse alles dir allein, weil du es weißt und ich nicht. Wenn du Schmerzen und Kummer über mich schickst, gib mir die Gnade, sie recht zu tragen. Bewahre mich vor Reizbarkeit und Selbstsucht.
Verleihe mir, dich zu erkennen, an dich zu glauben, dich zu lieben, dir zu dienen, dir und für dich zu leben. Und lass mich sterben zu der Zeit, in der Weise, wie es deinem Ruhm am höchsten dient.   
                                                                                                      
(John Henry Newma)                                                                                                                                              

 

 

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